Offroad


Mountainbike

Mountainbikes (MTB) hatten ihren großen Durchbruch in den 80er Jahren und sorgten für einen wahren Fahrradboom. Der Name beinhaltet auch schon das Einsatzgebiet der MTB: Steile Anstiege, rasante Abfahrten und unbefestigte Trassen, die man auf jedem Berg leicht findet. Heute findet man in fast jedem Haushalt ein Mountainbike; weltweit ist das MTB wohl das beliebteste Rad überhaupt. Die Vielzahl an Mountainbikerennen, die jährlich stattfinden, spricht für sich.

Zu erkennen ist ein MTB schon an seinen dicken Reifen. Mit bis zu 55 Millimetern Dicke, einem Laufraddurchmesser von 26 Zoll und ihrer grobstolligen Art fallen sie einem sehr schnell ins Auge. Diese Eigenschaften sorgen nicht nur für eine hohe Traktion. Sie reinigen sich so auch sehr gut selbst und verursachen durch die versetzten Profilreihen keinen holprigen Lauf.

Mountainbikes besitzen normalerweise eine Kettenschaltung mit 21 bis 30 Gängen und haben eine Übersetzung von mindestens 500 Prozent, um auch bei extremen Geländebedingungen die passende Übersetzung parat zu haben. Knapp zwei Meter bis zu neun Meter schafft die durchschnittliche Kurbelumdrehung beim MTB. Das bedeutet, dass man selbst am steilsten Anstieg noch bestens vorankommt.

Besonders wichtig sind bei Mountainbikes die starken Bremsen. V-Bremsen oder Scheibenbremsen sind hier die gebräuchlichsten Varianten. Von ihnen wird eine besonders hohe Bremskraft gefordert, da der Biker auch bei Höhenunterschieden von über 500 Metern noch mit geringer Handkraft bremsen muss.

Auch in Sachen Rahmen und Federung unterscheiden sich Mountainbikes von anderen Rädern. Sie besitzen robuste Gabeln und Oversize-Rohre und speziell die Fully-MTB sind mit besonderen Hinterbaufederungen ausgestattet, die den Biker vor schweren Stößen durch Schlaglöcher oder Hindernisse schützen. Die Federwege liegen hier im Bereich von 100 bis 180 Millimetern.
 

Crossbike

Das Crossbike ist im Grunde ein modifiziertes Rennrad. Es ist länger als ein Rennrad, was bessere Spureigenschaften und eine geringere Überschlagsgefahr zur Folge hat. Zwischen Rahmen und Reifen ist zudem ein größerer Freiraum, damit die Räder nicht durch Matsch blockieren. Aus dem gleichen Grund kommen am Crossrad auch meist Cantilever-Bremsen zur Anwendung. Zusätzlich verfügt das Crossrad über breitere Reifen und eine höhere Position des Tretlagers.

Im Vergleich zum MTB fährt sich das Crossrad im Matsch besser. Das liegt an den schmaleren, kleinstolligeren Reifen, die weniger Dreck aufwirbeln und weniger Fahrwiderstand verursachen. Im Gegenzug verlangt das Fahren mit einem Crossbike nach mehr Körperbeherrschung und einem besseren Gleichgewichtssinn, da vor allem bei hohem Tempo Einspureffekte auftreten können, die schlecht oder gar nicht steuerbar sind.
 

BMX

BMX-Räder sind sehr robust und für Geschicklichkeitsfahrten, Sprünge und Stunts konzipiert. Oftmals sieht man BMX-Bikes in Wettkämpfen der Halfpipe oder Downhillrennen. Dies trifft bei BMX-Räder aus dem Verkauf nur auf besonders hochwertige Räder zu. Günstigere BMX-Räder sind eher für Kinder und Jugendliche gedacht. Diese müssen für Fahrten im Straßenverkehr aber jeweils mit einer Lichtanlage, Reflektoren und Schutzblechen aufgerüstet werden.

BMX-Räder charakterisiert vor allem der niedrige, geschweißte Rahmen, der meist mit Blechverstärkungen im Bereich des Steuerrohrs ausgestattet ist. Zudem besitzen BMX-Bikes über 20-Zoll-Laufräder mit voluminösen Stollenprofilreifen. Der Lenker ist stets hochgezogen und besitzt einen Stabilisierungssteg zwischen den Holmen. Da bei BMX-Wettkämpfen eine Gangschaltung verboten ist, kommen die Fahrräder in der Regel komplett ohne Schaltung aus.

Eine weitere Eigenart der BMX-Fahrräder ist die niedrige Sattelposition, die die Räder ungeeignet für längere Touren macht. Diese Position resultiert daraus, dass in Wettkämpfen meist im Stehen gefahren wird. Der Sattel hat dabei nur die Funktion, bei einem hohen Tretlager einen sicheren Stand beim Start zu gewährleisten. Beim „Freestyle“ dient der Sattel zudem besonderen Choreographien, während denen sich der Fahrer auf ihn knien, stehen oder einfach nur festhalten kann.

Achtung! BMX-Bikes, die für die Halfpipe oder Wettbewerbe geeignet sind, sind deutlich teurer, als handelsübliche Modelle für Jugendliche!
 

Oversize

Oversize-Rahmen und Vorbauten haben besonders große Rohrdurchmesser. Dadurch werden sie deutlich voluminöser und damit biegesteifer und belastbarer. Auch wird die Gefahr des so genannten „Rahmenflatterns“ reduziert. Allerdings kann unter den breiten Rohren der Fahrkomfort leiden. Als erstes kamen die Oversize-Rohre bei Mountainbikes vor.

Im MTB-Bereich machen Oversize-Rahmen besonders viel Sinn. Gerade das Gabelrohr sollte stabiler sein, da es bei Abheben des Rads das Gewicht des Fahrers und des Rades selbst auf dem 70 Zentimeter langen Hebelarm tragen muss. Damit ist es das am stärksten belastete Rahmenrohr. Ein voluminöses Unterrohr macht das Fahrrad im Tretlagerbereich seitenstabiler und ist besonders für trittstarke Radfahrer geeignet. Auch das Sattelrohr wird bei Mountainbikes verbreitert, da diese Räder oft zehn Zentimeter niedriger gefahren werden als Rennräder. Dies soll die Wipp-Bewegungen der längeren Sattelstütze vermeiden.
 

Carbon

Carbon ist ein Faserverbundstoff, mit dem sich leichte und hochbelastbare Bauteile realisieren lassen. Kohlefasern werden bei Carbon in Epoxydharz oder thermoplastischen Kunststoffen eingebettet. Carbon wird seit den 90er Jahren in allen möglichen Bauteilen des Fahrradsbereiches verwendet. Darunter zählen nicht nur Gabel oder Rahmen. Auch Helme, Scheibenräder, Bremsen und Felgen, sogar Sattel und Sattelstützen werden heutzutage aus Carbon hergestellt.

Das Prinzip der Faserverbundteile hat sich der Mensch wie so oft aus der Natur abgeschaut. So nutzen auch Pflanzen faserartige Teile, um große Kräfte zu verarbeiten. Carbon ist neben dem geringen Gewicht und der großen Aufnahmemöglichkeit von Kräften, sehr korrosionsbeständig und besitzt – bei entsprechender Bauweise – Dämpfungs- und Steifigkeitsvorteile.

Meist wird Carbon in Gabeln oder Rahmen verbaut. Gabeln werden entweder komplett oder nur an den Gabelbeinen aus Carbon gefertigt und haben sich auf Grund der hohen Belastbarkeit bewährt. Die Ausfallenden bestehen hier in der Regel aus Aluminium, da bei häufigen Laufradwechseln scharfe oder gezahnte Gegenmuttern das Carbon beschädigen könnten. Rahmen werden entweder komplett in einem Stück gefertigt oder bestehen aus mehreren Stücken, die mit Kohlefasermuffen zusammengefügt werden.
 

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