Fahrradbekleidung

Funktionsbekleidungsstücke sind technische Wunderwerke, die aus Spezialfaser und aufeinander abgestimmte Fasermischungen oder Zweischichtkonstruktionen bestehen.

Naturfasern

  1. Baumwolle: Eine besonders hautfreundlich Faser, die sicher und schnell Schweiß von der Haut saugt, in aber ungern wieder abgibt. Bei Nässe quillt Baumwolle auf und behindert damit den Abtransport des Schweißes an die Luft. In sportlicher Bekleidung wird Baumwolle daher meist nur in Verbindung mit synthetischen Fasern eingesetzt. Baumwolle, die direkt auf der Haut getragen wird, sollte auf alle Fälle vermieden werden.
  2. Viskose / Mudal.: Unter Einwirkung von chemischen Ingredienzien aus Holzzellstoff hergestellte Zellulosefaser. Wird aufgrund der Eigenschaften, die der Baumwolle recht ähnlich sind, den Textilien der Sportbekleidung beigemischt.
  3. Wolle: Tierische Faser, die den Schweiß nur träge aufsagt, aber sehr gut gegen Kälte wirkt. Auch wenn die Zeit reiner Woll-Trikots vorbei ist, wird diese Faser in Verbindung mit künstlichen Fasern nach wie vor zum Schutz gegen Kälte genutzt.


Synthetische Fasern
Polyester (PES) und Polyamid (PA) sind die bei Radbekleidung am häufigsten eingesetzten Fasern. Beide nehmen kaum Feuchtigkeit an, lassen diese aber nach außen durch. PES und PA werden in gewebter Form bei Jacken und Hosen und auch Shorts eingesetzt. Sie können so eng gewebt werden, dass sie fast wind- und wasserdicht sind. Außerdem sind sie sehr dünn, sehr leicht und haben mangels Futter nur geringe Isolationswirkung. Sie sind daher ideal für leichte Sommerteile geeignet. In der kalten Jahreszeit sollte man aber auf wärmendes Futter zurückgreifen. PES und PA sind auch das Basismaterial für alle engen Radhosen. PA ist stabiler und abriebfester als PES und wird deshalb bevorzugt. PES wird dann eingesetzt, wenn ein Teil bedruckt werden soll, weil es die hohen Temperaturen in den Druckpressen besser verträgt. Durch die Wunderfaser Elasthan, auch bekannt als „Lycra“, erhalten die engen Radhosen ihre Elastizität und optimal Passform. Gute Radhosen sind aus PA und haben einen Lycra Anteil von bis zu 20 Prozent. PES und PA in gestrickter Form werden zu Funktionsunterwäsche, Laufhemden und auch Radtrikots verarbeitet.

Polypropylen (PP) ist die leichteste Kunstfaser und nimmt so gut wie kein Wasser auf. Das heißt, es bleibt innerlich immer trocken und wird daher als wasserabweisend bezeichnet. Es ist hervorragend für Sport-Unterwäsche geeignet; entweder alleine oder auch als Zeitschicht-Konstruktion mit Baumwolle und / oder Modal. Das dabei innen liegende PP sorgt für eine trockene Schicht auf der Haut, die außen liegenden Naturfasern saugen den Schweiß von der Haut weg. PP ist die Faser mit der geringsten Neigung zur Geruchsbildung.

Teflon ist ein Basismaterial und vor allem von der GORE-TEX-Membran bekannt. Polyurethan ist eine Beschichtung, die bei den preisgünstigen Jacken zum Einsatz kommt. Um die Wasserdichtheit auch bei den Nähten einer GORE-TEX Jacke zu gewährleisten sind diese mit einem zusätzlichen Teflonband verschweißt.

Moderne Faser wie Gore-Tex oder Sympatex sind robust und besitzen dünne Membrane aus Teflon oder Polypethan, die erstaunliche Eigenschaften aufweisen. Der Schweiß kann nach außen dringen, aber Wasser bleibt außen vor. Dies ist nur unter dem Mikroskop zu erkennen. Der Blick auf eine solche Einbahnstraßen-Membran offenbart unzählige winzige Posten, die 14 Millionen Mal kleiner als ein Wassertropfen sind. Anderseits sind die Mikro-Öffnungen aber 700 Mal so groß wie ein Molekül-Wasserdampf und als solcher gelangt Schweiß nach außen.

Wunder können auch die Hochleistungs-Bekleidungssysteme nicht vollbringen. Zwar saugen sie bei mäßiger körperlicher Anstrengung die Feuchtigkeit zuverlässig von der Haut weg. Bei heftigen Schweißausbrüchen sind aber auch sie überfordert. Da bei intensiver Anstrengung schon mal ein guter Liter Schweiß pro Stunde fließen kann, sollte man sich, sofern wetterfest verpackt, keine Höchstleistungen abfordern und gegebenenfalls  gegen Ende der Tour richtig Dampf geben.

Schichtenprinzip: Ähnlich wichtig wie die einzelnen Materialien, ist deren richtige Kombination. Hier bewährt sich eindeutig das Zwiebel oder Schichtenprinzip. Es ist besser, mehrere (bis zu drei) dünne Schichten zu tragen als eine dicke. Grundsätzlich passiert es häufiger, dass Sportler zu warm angezogen sind als zu kalt. Nach starkem Schwitzen und anschließender Abkühlung des Schweißes beginnt das Frösteln.

Achtung!
Benutzen Sie nie herkömmliche Waschmittel. Diese vernichten Sportbekleidung. Wichtige Funktionen gehen verloren und die Kleidung wird den Anforderungen nicht mehr gerecht. Für eine lange Lebensdauer Ihrer Kleidung ist die richtige Pflege einfach zuverlässig.

Herstellerangaben stets beachten!

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