Justierung

Die richtige Justierung, zum Beispiel von Kette, Lenker oder Sattel, ist das A und O, um sich auf seinem Fahrrad pudelwohl zu fühlen. Durch eine fehlerhafte Einstellung steigen aber vor allem die Sturz- und damit auch Verletzungsrisiken. Auch Einstellschrauben von Bremsen und Schaltungen müssen regelmäßig neu justiert werden.

Die wichtigsten Einstellschrauben sind:

  • Schaltungssynchronisier-Schraube: Am Schaltwerk, am Schalthebel oder am Kabelstopper angebrachte Hohlschraube, mit der die Außenhülle des Bowdenzugs gespannt und gelockert werden kann. Das synchronisiert die Schaltschritte genau mit den Abständen der Ritzel.
  • Bremseinstell-Schraube: Am Bremsgriff oder Bremskörper angebrachte Schraube, die die Außenhülle des Bowdenzugs von Bremsen spannt oder lockert. Hierdurch wird der Abstand zwischen Bremsbacke und Bremstrommel /-scheibe justiert.
  • Schaltwegbegrenzungs-Schraube: Mit „H“ (= High = hoch) und „L“ (= Low = niedrig) bezeichnete Schraube am Schaltwerk oder Umwerfer, die den Schwenkbereich der beiden Schaltmechanismen begrenzt. Sie verhindert das Abspringen nach außen (H) oder innen (L).
  • Federkrafteinstell-Schraube: Schraube in der Anschlageplatte der Kettenschaltung. Justiert die Neigung des Schaltwerks zur Kettenstrebe und damit auch den Umschlingungswinkel der Kette um die Ritzel.
  • Zentrierschraube: Cantileverbremsen und Dual Pivot-Bremsen werden mit dieser Schraube mittig zur Felge ausgerichtet.
  • Anschlagschraube: Ermöglicht exakte Radausrichtung. Sitzt in Ausfallenden.
     

Antrieb und Schaltung

Bei der Gangschaltung unterscheidet man zwischen Nabenschaltung und Kettenschaltung, deren Zusammenspiel von Kettenblatt, Pedalen, der Kette und der Schaltung sorgfältig aufeinander abgestimmt ist.

Die Nabenschaltung ist wartungsarm und relativ verschleißfrei. Sie benötigt ein wenig Kettenfließfett alle paar hundert Kilometer. Öl sollte man nie verwenden, da es Schmutz anzieht und dieser für Schäden sorgen kann.

Im Gegensatz zur Nabenschaltung ist die Kettenschaltung ein offener Mechanismus. Die Gelenke der Schaltung und alle beweglichen Teile müssen regelmäßig geschmiert werden und sind je nach Pflege nach 1.500 bis 3.000 Kilometer verschlissen. Da die Wartung komplex ist, kümmert sich ein Fachmann um den Austausch der Kette oder um Probleme im Innenleben der Nabenschaltung.

Die Tretkurbeln sind an den konischen Vierkantachsen des Tretlagers befestigt. Die Befestigung der Tretkurbel muss regelmäßig auf Spielfreiheit kontrolliert werden.

Die Gänge der Kettenschaltung werden stufenlos (Friction-Schaltung) oder exakt (Index-Schaltung) geschaltet. Das hintere Kettenschaltwerk am rechten Hebel und der Kettenblatt-Umwerfer am linken Hebel.

Während des Schaltens sollten Sie möglichst kraftlos vorwärts treten. Nutzen Sie mit einem großen Kettenblatt nur die äußeren vier Zahnkränze, mit dem kleinen Kettenblatt nur die vier inneren Zahnkräne, um unnötig Verschleiß zu verhindern.

Bei der Nabenschaltung wird ein in der Hinterradnabe integriertes Schaltgetriebe mittels eines Schalthebels oder eines Drehgriffs betätigt. Unterbrechen Sie beim Schalten kurz den Tretvorgang.

Die Kettenspannung bei Nabenschaltungen sollte so eingestellt sein, dass der Kettendurchhang zwischen Kettenblatt und Zahnkranz zehn Millimeter Spiel hat. Da sich jede Kette im Lauf der Nutzungszeit etwas dehnt, muss die Spannung regelmäßig überprüft werden. Zum Nachspannen der Kette lösen Sie zuerst die Hinterradmutter und die Rücktrittsschelle. Das Hinterrad können Sie nun in die Ausfallenden ziehen, bis die Kette das zulässige Spiel hat.

Überprüfen Sie am Ende immer, ob Sie alle Schrauben wieder sorgfältig angezogen haben!
 

  

Kette

Die Kette spielt beim Rad eine zentrale Rolle, überträgt sie doch die Zug- und Antriebskräfte über zwei Kettenräder vom Tretlager auf das Laufrad. Mit einer Kettenschaltung besitzt das Rad ein Antriebsmoment, welches selbst den eines Mittelklassewagens übersteigen kann. Bei einem Wirkungsgrad von 98 bis 99 Prozent finden wir hier sogar einen der effizientesten Antriebe überhaupt. Die dadurch entstehende recht hohe Belastung führt dazu, dass Schaltungsketten eine Mindestzugfestigkeit von 9.000 Newton besitzen müssen.

Ketten verschleißen je nach Schaltungstyp unterschiedlich schnell. So sind Nabenschaltungen oft von einem Kettenkasten geschützt und sind auch von sich aus weniger wartungsintensiv. Insgesamt kann man die drei Hauptverschleißgründe auf Trittkraft, Schmierstoffmangel und Verschmutzung zusammenfassen. Verschleißt eine Kette, kommt es zur so genannten Kettenlängung, durch die die Kette schneller vom Kettenblatt abrutschen kann; Es besteht erhöhte Sturzgefahr. Daher sollte man bei Kettenschaltungen die Kette alle 2.000 bis 3.000 Kilometer austauschen. Spätestens jedoch, wenn man die Kette weiter als fünf Millimeter abheben kann. Bei Nabenschaltungen beläuft es sich auf 5.000 bis 10.000 Kilometer und ein Abheben von bis zu sieben Millimeter.

Auf Grund des hohen Verschleißes bei der häufigen Beanspruchung, empfiehlt es sich, die Kette regelmäßig zu warten. So sollte man alle 200 Kilometer und nach jeder Regenfahrt die Kette mit einem ölgetränkten Lappen reinigen und schmieren. Nach einer Probefahrt von einem Kilometer wischt man dann das überschüssige Öl ab. Bitte verwenden Sie ausschließlich spezielles Fahrrad-Kettenöl. Bei Mountainbikes sollte das Öl auch dickflüssiger sein, oder häufiger nachgeschmiert werden. Der Schmierfilm auf der Kette darf in keinem Fall reißen, oder muss sich wenigstens sofort wieder schließen, das Öl daher kriechfähig sein.

Achtung!
Bei Verschleiß der Kette ist der Zahnkranz mit auszutauschen, da dieser das Kernstück des Antriebs ist. Ein gebrauchtes Ritzel zerstört die Funktion der Kette.

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